1. Schnellbootsflottille

Aufgestellt am 1. Oktober 1935 aus 1. Schnellbootshalbflottille mit Heimathafen Kiel.


Besuch der Flottille in Duisburg 1937

Mit Kriegsausbruch zunächst im Polenfeldzug bei Gotenhafen eingesetzt. Im Rahmen des Unternehmen Weserübung (Besetzung Norwegens und Dänemarks) mit der Kriegsschiffgruppe 3 an der Einnahme Bergens beteiligt. Anschließend Geleitsicherung vor der norwegischen Küste.
Mit dem Angriff auf Frankreich Einsätze von Helgoland und später von Den Helder aus gegen den britischen Evakuierungsverband vor Dünkirchen. Nach Besetzung Frankreichs vorrücken nach Cherbourg und von dort aus erfolgreiche Einsätze gegen den britischen Nachschubverkehr unter der englischen Südküste.
Im Mai 1941 Verlegung in die Ostsee und unmittelbar vor dem Angriff auf die Sowjetunion (Barbarossa) in die finnischen Schären. Von dort Sicherung von Minenlegeoperationen im Finnenbusen und Angriffe auf sowjetischen Küstenverkehr. Im Winter 1941/42 Rückkehr in die Heimat und Vorbereitung auf Verlegung in das Schwarze Meer.
Im Frühjahr 1942 wurden die ersten sechs Boote nach Dresden geschleppt, dort Ausbau von Motoren und Waffen. Anschließend Verladung auf Transporter und mit diesen über die Autobahn bis Ingolstadt, dort zu Wasser gelassen und im Schlepp bis Linz, wo der Zusammenbau erfolgte. Von dort Weitermarsch bis Konstanza am Schwarzen Meer.


Auf Slip in Dresden

Ab Juni 1942 Einsatz gegen sowjetische Einheiten vor Sewastopol. Mit Einnahme der Krim durch deutsche Truppen Verlegung in den Stützpunkt Iwan Baba südlich Feodosija.
Im Herbst 1942 folgten vier weitere Boote zur Ergänzung und im Frühjahr 1943 noch einmal drei Boote zur Verstärkung und zum Ausgleich inzwischen eingetretener Verluste.


Der Stützpunkt Iwan Baba

Von Iwan Baba aus Einsätze gegen Geleitverkehr unter der kaukasischen Küste bei Tuapse bis April 1944. Dann Rückzug nach Sewastopol und weiter nach Konstanza. Von hier aus Unterstützung des Abtransportes deutscher Truppen aus Sewastopol.
Nach weiterem Vordringen der sowjetischen Truppen und der Neutralitätserklärung Rumäniens Versenkung der verbliebenen Boote vor Varna.


Operationsgebiet Schwarzes Meer

Die Besatzungen schlugen sich auf teilweise abenteuerliche Weise durch den feindlich gewordenen Balkan und erreichten in der Mehrzahl die Heimat.
Hier im Januar 1945 mit neuen Boote ausgerüstet und in der Ostsee gegen die dort vordringenden sowjetischen Einheiten und zur Sicherung eigenen Geleitverkehrs eingesetzt.
Bei Kriegsende in der Geltinger Bucht.

Flottillenchefs:

Kptlt. Schubert und v. Conrady
(genaue Zeiten konnten nicht ermittelt werden)
Kptl. Sturm                 03.38 – 11.39
Kptl. Birnbacher         11.39 – 09.42
Kptlt. Christiansen     09.42 – 09.43
Kptlt. Büchting           09.43 – Ende

 

Quellen:

Behrens, Gerhard: Die Geschichte der 1. Schnellbootflottille 1931 - 1945 in Bildern, Kiel 1986 (unveröffentl.)
Büchting, Hermann: Einsatz der 1. Schnellbootflottille 1942 – 1945, unveröffentlichtes Manuskript, ca. 1960
Frank, Hans: Die deutschen Schnellboote im Einsatz – Von den Anfängen bis 1945, Hamburg 2006
Hümmelchen, Gerhard: Die deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg, Hamburg 1996
Lohmann, Walter und Hildebrand, Hans H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945, Bd. I, Bad Nauheim 1956

Fotos:

KTB 1. SFltl.
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