Schnellboots-Schulflottille

Gebildet im Juli 1942 auf Antrag des Führers der Schnellboote, um die Kommandanten und Besatzungen der neu aufgestellten Flottillen nach einheitlichen Grundsätzen auszubilden und die Erfahrungen aus der Front verzugslos einzubringen.
Dazu wurden der S-Schulflottille mit Sitz in Swinemünde bis zu 16 ältere Boote und drei Begleitschiffe zugeteilt.

Flottillenchef:

Kptlt. Opdenhoff       07.42 – 10.43.

Aufgrund eines groß angelegten Neubauprogramms sollten ab Ende 1943 monatlich sechs S-Boote zulaufen. Um den damit erhöhten Ausbildungserfordernissen Rechnung zu tragen wuchs die S-Schulflottille ab dem 1. November 1943 zur Schnellbootslehrdivision (SLD) auf. Eine Abteilung für seemännisches Personal in Swinemünde-Eichstaden und eine zweite für das technische Personal in Kaseburg südl. Swinemünde wurden eingerichtet sowie die 1. S-Schulflottille aufgestellt.

Weitere zwei Schulflottillen folgten im Dezember 1943 und Juni 1944.

Der sich abzeichnende Endkampf unterbrach dann weitgehend die Ausbildung.
Bereits im September verlegte die 2. S-Schulfltl. zum Einsatz nach Kurland, die 1. S-Schulfltl. wurde im Dezember nach Südnorwegen zum Geleitschutz befohlen und die 3. S-Schulfltl. verlegte mit der SLD Anfang 1945 in das dänische Svendborg (Insel Fünen).

Divisionschefs:

KKpt. Opdenhoff       11.43 – 02.44
KKpt. Feldt                02.44 – Ende

1. Schnellbootsschulflottille

Aufgestellt 01. November 1943.

Flottillenchef:

Kptlt. Wilcke              11.43 –Ende

Ab Dezember 1944 bis Mai 1945 Geleitschutz gegen U-Boote und Überwassereinheiten vor der norwegischen Südküste.
Bei Kriegsende in Egersund (Norwegen).

2. Schnellbootsschulflottille

Aufgestellt 15. Dezember 1943.

Flottillenchef:

Kptlt. Klose, H. H.     12.43 – Ende

Ab September 1944 bis Mai 1945 Einsätze gegen sowjetische Einheiten vor Kurland. Von dort in der Nacht 8./9.05.1945 noch Angehörige der eingeschlossenen Kurland Armee abgeborgen und nach Flensburg gebracht.
Bei Kriegsende in der Geltinger Bucht.


3. Schnellbootsschulflottille

Aufgestellt 15. Juni 1944.

Flottillenchefs:

Kptlt. Siems                06.44 – 01.45
Kptlt. Detlefsen          01.45 – Ende

Verlegte Anfang 1945 nach Svendborg, von dort aus bis Mai 1945 Ausbildung und Sicherung im Kattegat.
Bei Kriegsende in der Geltinger Bucht.

Quellen:

Frank, Hans: Die deutschen Schnellboote im Einsatz – Von den Anfängen bis 1945, Hamburg 2006
Hümmelchen, Gerhard: Die deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg, Hamburg 1996
Kemnade, Friedrich: Die Afrika-Flottille, Stuttgart 1978
Lohmann, Walter und Hildebrand, Hans H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945, Bd. I, Bad Nauheim 1956